{"id":351,"date":"2016-08-05T11:23:16","date_gmt":"2016-08-05T09:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/localhorst\/wordpress\/?page_id=351"},"modified":"2019-09-19T16:09:02","modified_gmt":"2019-09-19T14:09:02","slug":"das-projekt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/moden.igzev.de\/de\/","title":{"rendered":"Das Projekt"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/DE\/Landwirtschaft\/Pflanzenbau\/Ackerbau\/_Texte\/Duengung.html\">D\u00fcngeverordnung <\/a>(D\u00fcV) regelt die gute fachliche Praxis der D\u00fcngung in Deutschland und setzt damit die EU-Nitratrichtlinie um. Die EU gibt mit der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richtlinie_91\/676\/EWG_(Nitratrichtlinie)\">Nitratrichtlinie <\/a>vor, dass die gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft einzuhalten ist, um die Nitratbelastung von Grund- und Oberfl\u00e4chen\u00adgew\u00e4ssern zu vermindern.<br \/>\nDer aktuelle <a href=\"http:\/\/www.bmub.bund.de\/themen\/wasser-abfall-boden\/binnengewaesser\/wasser-binnengewaesser-download\/artikel\/nitratberichte\/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=289\">Nitratbericht <\/a>des Bundesumweltministeriums zeigt, dass die Nitratproblematik in Gebieten mit intensiver Tierhaltung besonders ausgepr\u00e4gt ist. Aber auch in den Regionen mit intensivem Gem\u00fcsebau werden N-\u00dcbersch\u00fcsse oder zu hohe Nitrat-Konzentrationen in den Messbrunnen beobachtet. Hier gibt es weiterhin Handlungsbedarf f\u00fcr den Gem\u00fcsebau.<\/p>\n<p>Gem\u00fcsebaubetriebe m\u00fcssen unter den Bedingungen der novellierten D\u00fcV ihre D\u00fcngungsstrategien, Produktionssysteme, Arbeits- und Betriebsorganisationen teilweise anpassen, damit sie auch zuk\u00fcnftig gesetzeskonform und wirtschaftlich produzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf Initiative des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft wurde Anfang 2016 mit dem Modell- und Demonstrationsvorhaben begonnen. Dieses \u00fcberregionale und interdisziplin\u00e4re Projekt soll die regionalen Beratungs\u00adangebote zur Umsetzung der novellierten D\u00fcV <strong>erweitern<\/strong>. Wesentliche Merkmale dieses Vorhabens sind:<\/p>\n<p><strong>Einheitliche Nutzung des von Beratung und Wissenschaft erarbeiteten Wissens<\/strong><br \/>\nGrundlage der D\u00fcngungsempfehlungen f\u00fcr alle beteiligten Betriebe ist das am Leibniz-Institut f\u00fcr Gem\u00fcse- und Zierpflanzenbau (IGZ) entwickelte <a href=\"http:\/\/www.igzev.de\/n-expert\">N-Expert System<\/a>. Die im N-Expert System verwendeten Algorithmen und Daten geben den Stand des Wissens zur Berechnung von schlagspezifischen D\u00fcngempfehlungen f\u00fcr Gem\u00fcse wieder. Sie beruhen auf Ergebnissen nationaler und internationaler Forschungsprojekte sowie auf dem Fachwissen der nationalen Arbeitsgruppe D\u00fcngung im Freilandgem\u00fcsebau<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, in der D\u00fcngeberater und Wissenschaftler zusammenarbeiten. Die N-Bedarfswerte f\u00fcr Gem\u00fcse, die mit der novellierten D\u00fcV ab 2017 verbindlich werden, beruhen weitgehend auf den Empfehlungen dieser Arbeitsgruppe. Die Optimierung der D\u00fcngung kann, unter Beachtung der Anbau- und Witterungsbedingungen, \u00a0Einsparungen \u00fcber die D\u00fcngeverordnung hinaus erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>Optimierung der D\u00fcngung in Betrieben mit sehr unterschiedlichen Produktionssystemen und Betriebsorganisationen und<br \/>\n<\/strong>Die Vorschriften der D\u00fcV gelten gleicherma\u00dfen f\u00fcr alle Betriebe \u00fcber zwei Hektar Nutzfl\u00e4che. Aber die unterschiedlichen Betriebsstrukturen erfordern unterschiedliche Ans\u00e4tze, um die Vorschriften der novellierten D\u00fcV in die Produktionssysteme und Betriebsorganisationen zu integrieren und weitere Optionen der D\u00fcngemitteleinsparung zu testen und einzuf\u00fchren. Durch die Auswahl der Betriebe aus drei unterschiedlichen Regionen ist sichergestellt, dass die beteiligten Betriebe die ganze Bandbreite von Gem\u00fcse produzierenden Betrieben widerspiegeln, insbesondere hinsichtlich der Betriebsgr\u00f6\u00dfe, der Art und Vielfalt der Produkte sowie der Vermarktungswege.<\/p>\n<p>Die beteiligten Regionen und Mitarbeiter sind:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">das <strong>Knoblauchsland <\/strong>mit sehr kleinr\u00e4umigen Strukturen und einem hohen Anteil von Direktvermarktung (Andreas Schmitt und Dr. Alexander D\u00fcmig, AELF F\u00fcrth, Anton Offenberger, Gem\u00fcseerzeugerring Knoblauchsland),<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">die <strong>Vorderpfalz<\/strong> mit sehr gro\u00dfen Betriebsstrukturen und indirektem Absatz (Joachim Ziegler und Esther Paladay, DLR Rheinpfalz),<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">der <strong>Niederrhein <\/strong>mit mittleren Betriebsgr\u00f6\u00dfen und \u00fcberwiegend indirektem Absatz (Manfred Kohl, Christine Lessmann,\u00a0Dr. Karsten Lindemann-Zutz und Sarah Francoise Meyer,\u00a0LWK NRW).<\/p>\n<p><strong>Umfassende, betriebs\u00fcbergreifende Kosten- Nutzenanalyse <\/strong><br \/>\nDie \u00f6konomische Begleitforschung wird vom Th\u00fcnen-Institut f\u00fcr Betriebswirtschaft (Dr. Hildegard Garming und Hanna Homeister) durchgef\u00fchrt. Betriebliche Kosten und Nutzen von N-Minderungs-Ma\u00dfnahmen werden \u00f6konomisch bewertet und der Umweltnutzen u.a. durch die Erstellung von N-Bilanzen quantifiziert.<\/p>\n<p><strong>Netzwerkbildung und Wissenstransfer zwischen wichtigen Gem\u00fcsebauregionen in Deutschland<\/strong><br \/>\nProjekttreffen und Workshops sollen den Austausch zwischen den am Projekt beteiligten Landwirten, Beratern und Wissenschaftlern f\u00f6rdern und dadurch das Wissen \u00fcber die Probleme und Probleml\u00f6sungen in den jeweils anderen Regionen vermehren und verbreiten. W\u00e4hrend der Laufzeit des Vorhabens werden in kleinen Gruppen von Projektmitarbeitern und Betriebsleitern informelle Workshops zum Informations\u00adaustausch organisiert. Diese Workshops dienen zum Wissenstransfer in die Praxis und zur Diskussion der Ergebnisse auch mit den Betriebsleitern, die nicht direkt am Modell- und Demonstrationsvorhaben beteiligt waren.<\/p>\n<p>Das Vorhaben wird vom IGZ (Dr. Carmen Feller) koordiniert. Projekttr\u00e4ger ist die Bundesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung (BLE).<br \/>\nGemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, modellhaft aufzuzeigen, wie Probleme bei der Umsetzung der D\u00fcngeverordnung und dar\u00fcbe hinaus gehende\u00a0 N-Minderungs-Ma\u00dfnahmen unter Praxisbedingungen\u00a0 gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.\u00a0 Ans\u00e4tze, die zur Verminderung von N-Verlusten beitragen, werden unter Praxisbedingungen\u00a0 demonstriert,\u00a0 wie z.B. die Beregnungssteuerung und die Fruchtfolgeplanung.<br \/>\nDie Ergebnisse der \u00f6konomischen Begleitforschung werden dazu beitragen, die Diskussion \u00fcber den Aufwand und Nutzen von N-Minderungs-Ma\u00dfnahmen zu objektivieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> <strong>Arbeitsgruppe D\u00fcngung im Freilandgem\u00fcsebau<\/strong>: Carmen <strong>Feller<\/strong> und Matthias <strong>Fink<\/strong>, Leibniz-Institut f\u00fcr Gem\u00fcse- und Zierpflanzenbau (IGZ), Gro\u00dfbeeren; Kai <strong>Katroschan<\/strong>, Gartenbaukompetenzzentrum (GKZ), G\u00fclzow; Karin <strong>Rather<\/strong>, Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt f\u00fcr Gartenbau (LVG), Heidelberg; Hermann <strong>Laber<\/strong>, \u00a0S\u00e4chsisches Landesamt f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden; Klaus <strong>Strohmeyer<\/strong>, Gesellschaft f\u00fcr Bodenanalysen, Laboruntersuchung und Qualit\u00e4tspr\u00fcfung (BOLAP), Speyer; Joachim <strong>Ziegler<\/strong>, Dienstleistungszentrum L\u00e4ndlicher Raum (DLR) Rheinpfalz, Neustadt a.W.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die D\u00fcngeverordnung (D\u00fcV) regelt die gute fachliche Praxis der D\u00fcngung in Deutschland und setzt damit die EU-Nitratrichtlinie um. 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